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Martin Sowa ist Referent für Inklusionssport in Baden-Württemberg. Er hat das Projekt Bison ins Leben gerufen. Bison steht für Baden-Württemberg inkludiert Sportler ohne Norm. Was das heißt, erklärt er auch den Schülern. "Ihr spielt hier ohne Norm. Es ist egal, woher ihr kommt, ihr macht das zusammen", lobt er. Jede Woche kommen seit Oktober des vergangenen Jahres Schüler aus der Eduard-Spranger- und der Esther-Weber-Schule mit Fußballern der D-Jugend vom SV Wasser zum Training zusammen. "Ihr kickt so selbstverständlich miteinander", freut sich Sowa, "das ist super und muss gewürdigt werden". Deshalb hat er drei Plaketten dabei. Darauf abgebildet ist ein Bison, das für den Projektnamen steht. "Vielleicht könnt ihr das Schild hier am Sportplatz oder an eurer Hauswand anbringen", sagt er und wirft einen fragenden Blick zum Schulleiter der Eduard-Spranger-Schule, Stephan Hiller. "Selbstverständlich", sagt er.

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Schüler an Sonderschulen haben wie alle anderen Kinder auch die Lust, Fußball zu spielen. Sie in eine normale Trainingsgruppe im Verein zu stecken gehe oft schief, betont Sowa. "Der Verein ist oft überfordert." Die Trainer wüssten oft nicht, wie sie mit dem Handicap umgehen sollen. Auch umgekehrt haben Schüler oder deren Eltern Angst davor, ihr Kind in einen Sportverein zu stecken, eben weil es Unterschiede gibt.

Die Inklusionssportklasse ist die ideale Lösung. Der Grundgedanke, der hinter dem Projekt steht, Menschen mit und ohne Handicap zusammenzubringen, wird hier super umgesetzt. Die Idee ist beim Fußballfortbildungstag im Mai 2015 entstanden. Dort liefen auch die ersten Gespräche mit dem Sportverein und es war klar: Hier entsteht eine inklusive Sportgruppe. Seit Oktober gibt es das Angebot. Die Leitung hat Jurek Ebel. Das Projekt ist eine außerunterrichtliche Aufgabe für den Referendar für Sonderpädagogik. Obwohl er die rund 20 Jungs zwischen 10 und 14 Jahren anleitet, sieht er sich nicht als Trainer im eigentlichen Sinn. "Es gibt auch vieles zu organisieren", sagt er. Jeden Dienstag vor dem D-Jugendtraining wird von 16.30 bis 17.30 Uhr auf dem Sportplatz des SV Wasser gekickt.

Unterstützung bekommt Ebel von Markus Fickelscheer und Sönken Kreienkamp. Die beiden haben vor fünf Jahren die Fußball-AG für Internatsschüler der Esther-Weber-Schule ins Leben gerufen. "Als wir von Jureks Projekt gehört haben und er uns gefragt hat, ob wir mit einsteigen, haben wir gleich zugesagt", erzählt er. Er ist ebenfalls begeistert, wie die Jungs miteinander umgehen. "Hier zeigt sich wieder ein Grundgedanke von Bison", erläutert Sowa. Sport verbindet. Mehr noch: Sport schafft Raum für ein unkompliziertes Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap.